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Landesinfo Ecuador
  Geographische Lage
Ecuador liegt im Nordwesten Südamerikas. Quito ist die Hauptstadt mit 1,8 Mill. Einwohnern. Die größte Stadt des Landes ist allerdings das an der Küste liegende Guayaquil mit ca. 3 Mill. Einwohnern. Ecuador läßt sich in drei geographische Großräume gliedern. Die Costa (Küstenebene) erstreckt sich über gut ein Viertel der Landesfläche.
Die Sierra, das zentrale Andenhochland, besteht aus zwei parallel verlaufenden Bergketten, die ein schmales Zentralplateau einschließen. Der Oriente, auf der Andenostseite, gehört mit seiner tropischen Vegetation zum Einzugsbereich des Amazonas. Zu der Republik gehören die etwa 965 Kilometer westlich liegenden Galapagos Inseln. Der Cotopaxi ist mit 5 897 Meter Höhe einer der höchsten aktiven Vulkane der Welt.

Das Klima
Ecuador liegt in der tropischen Klimazone. An der Küste herrschen das ganze Jahr über sehr hohe Temperaturen, immer weit über 30 Grad. Im Andengebirge schwankt die Durchschnittstemperatur je nach Höhenlage zwischen etwa 7 und 21 °C. Quito, mit einer jährlichen Durchschnittstemperatur von 12,8 °C, liegt auf einer Höhe von 2 850 Metern. Das Klima im Westen des Landes, im Dschungelgebiet des Amazonas, ist wärmer und feuchter als das der Küste. Von Juni bis November herrscht Trockenzeit. Der Großteil des Jahresniederschlages fällt in der Regenzeit von Dezember bis Mai.
Pflanzen- und Tierwelt
Die ursprüngliche Vegetation der nördlichen Costa ist der tropische Regenwald. Inzwischen wurden weite Areale durch die Plantagenwirtschaft zerstört. Steigungsregen in der Sierra sorgt für besonders üppige Vegetation. Hier geht der Bergwald allmählich in den Nebelwald über.
Oberhalb der Baumgrenze ist in circa 4 000 Meter Höhe der Páramo, eine tropische Heidevegetation, ausgebildet.
Typische Tierarten Ecuadors sind der Kondor, der Jaguar sowie verschiedene Papageien, Affen und Wildkatzen. Die Tierwelt der Galápagos-Inseln ist mit ihren Riesenschildkröten, Echsen und Vögeln einzigartig.
Politische und wirtschaftliche Lage

Das Land ist formal eine Demokratie mit einem frei gewählten Parlament. In der Realität bestimmten in den letzten Jahren jedoch Machtkämpfe um die führenden Positionen in der Politik und eine tiefgehende Korruption das Land. Schätzungen gehen davon aus, dass jährlich rund 1,5 Mrd. USD der öffentlichen Gelder verschwanden. Bei einem Bruttoinlandsprodukt von 30 Mrd. USD eine bedeutende Summe. Vor Parlamentswahlen bedienten sich Präsidentschaftskandidaten sehr korrupter Methoden. So wurden zum Beispiel Wählerstimmen erkauft oder für die Bevölkerung sehr beeindruckende Baumaßnahmen durchgeführt oder angekündigt, wodurch die Chancen insbesondere der etablierten Parteien wie der PRIAN, PSC oder der PRE stiegen.

Von 1996 bis 2006 waren allein sechs verschiedene Präsidenten im Amt, von denen drei aufgrund von Massenprotesten von ihrem Amt zurück treten mussten.
Das neoliberale Wirtschaftsmodell wurde in den Jahren zwischen 1983 und 2006 umgesetzt und erreichte unter dem konservativen Präsident Sixto Duran Ballen seinen Höhepunkt. Die in den darauf folgenden Jahren durchgeführten „Strukturanpassungsmaßnahmen“ und „Modernisierungen“ in Ecuador festigten den wirtschaftlichen und politischen Einfluss der herrschenden Elite und des Finanzsektors, wurden aber von der breiten Bevölkerung nicht getragen. Ausdruck dafür war zunächst eine Volksbefragung über die Durchführung von neoliberalen Reformen im Jahr 1995, bei der 52 % der Bevölkerung gegen die Privatisierung der Sozialsysteme und des staatlichen Energiesektors stimmten. Zudem waren die immer wieder auftauchenden sozialen Proteste gegen die verschiedenen Regierungen, die meist von den indigenen Bewegungen angeführt wurden, Zeugnis der ablehnenden Haltung der Bevölkerung gegenüber dieser Politik. 1999 stürzte das Land in eine tiefe wirtschaftliche Krise. Einziges probates Mittel zur Krisenbekämpfung war die Einführung des US-Dollars. Dieser kursiert seit März 2000 als offizielles Zahlungsmittel in Ecuador. Die Wirtschaftsstrategen versprachen sich davon neue Anreize für Investoren, den Stopp der Hyperinflation und ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum durch Finanzmarktstabilität.


Von Erholung jedoch ist kaum etwas zu spüren:
Zwar kann sich das Land auf ein statistisches Wachstum von knapp fünf Prozent berufen, doch die erdrückenden Auslandsschulden von 14,3 Milliarden US-Dollar lassen keinen Raum für staatliche Investitionspolitik. 31 Prozent der Exporterlöse des Landes müssen für den Schuldendienst abgestellt werden (Quelle: Deutsche Bank - Lateinamerika), andere Quellen sprechen sogar von 55 Prozent.
Rohrleitung
Das Land exportiert alle Rohstoffe, die es zu bieten hat, auf Kosten der Umwelt und Bewohner, um harte Devisen ins Land zu bekommen. Die Erdölvorräte des Landes sind voraussichtlich in zehn bis zwanzig Jahren erschöpft. Die Inflation konnte gedrosselt werden, dennoch lag sie - trotz Dollarwährung - Ende 2001 bei 22 Prozent. Die Folge: Noch mehr Armut durch die rasant steigenden Preise, Abbau von Subventionen, keine Absatzmöglichkeiten für inländische Firmen im Ausland und weitere Verschuldung des Staates, um die Gehälter im öffentlichen Dienst zahlen zu können. Die Preise haben sich in den letzten zwei Jahren teils verfünffacht, die Lebenshaltungskosten entsprechen in bestimmten Sektoren US-Niveau.

mutter Der offizielle Mindestlohn in Ecuador liegt bei ca. 160 $ monatlich. Doch viele ungelernte Arbeiter, Tagelöhner und Frauen verdienen oft nur die Hälfte im Monat. Besonders die Frauen aus den zahlreichen armen Stadtteilen, die sich ihr Geld durch Wäschewaschen, Saubermachen, etc. verdienen, können oft nur 30 - 50 $ monatlich verdienen. Ein bedeutender Teil der Bevölkerung hat somit weniger als 1$ pro Tag zur Verfügung.
Seit Ende 2006 ist das Land jedoch immer wieder zur Nachricht geworden. Der jetzige Präsident Rafael Correa gewann im zweiten Wahlgang im November 2006 mit 56 % das Präsidentschaftsamt und hat aufgrund seiner Volksnähe und den Ankündigungen das Land und vor allem das politische System von Grund auf zu reformieren große Sympathien unter der Bevölkerung.
praesident Der „linksnationale“ Rafael Correa vom Wahlbündnis Acuerdo Pais, der bewusst keiner der bislang herrschenden Parteien angehört, erreichte mit seinem Wahlbündnis bei der Abstimmung zur Einberufung einer verfassungsgebenden Versammlung im Oktober 2007 einen weiteren Sieg, da er mit 73 % der Stimmen die Mehrheit in diesem wichtigen Gremium inne hat.
Somit wird Ecuador eine neue Verfassung bekommen, die nach dem Willen der Mehrheit der Mitglieder des verfassungsgebenden Versammlung den korrupten politischen Eliten die Macht entziehen will. Daneben möchte die neue Regierung folgende politische Vorhaben umsetzen: Ausrichtung eines neuen Entwicklungsmodells, dass sich vom neoliberalen der 1980er und 1990er Jahre deutlich unterscheidet sowie eine Beteiligung des Landes an einer südamerikanischen Integration, die sich von der US Hegemonie distanziert und wie sie die Regierungen von Venezuela, Bolivien aber auch Brasilien und Argentinien anstreben. Insgesamt soll die Rolle des Staates wieder gestärkt werden und u.a. die Ausgaben für die öffentlichen Sektoren wie der Gesundheitsversorgung und für Sozialprogramm deutlich steigen.
Situation in Guayaquil
Guayaquil ist mit offiziell 2,8 Millionen Einwohnern die größte Stadt des Landes, gelegen im Südwesten des Landes unmittelbar an der Pazifikküste. Selbst bezeichnen die Guayaquileños ihre Stadt als „Perle des Pazifiks“, allerdings hat die Stadt davon nicht viel. Nur wenige durchreisende Touristen verirren sich hierher.
Die Einwohnerzahl Guayaquils hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Grund dafür waren anhaltende Migrationsbewegungen von Bauern aus den ländlichen Regionen in die Stadt. Großgrundbesitz, Monokulturen und die freien Märkte lassen vielen von ihnen kaum eine Chance. Von der Stadt versprechen sie sich verbesserte Lebensverhältnisse. Doch auch in der Stadt gibt es nur begrenzt Arbeitsmöglichkeiten in der Fisch- und Textilindustrie.
Offiziell liegt die Arbeitslosenquote bei 15 %, reale Schätzungen gehen von 30 % aus. Rechnet man noch all jene hinzu, die im informellen Sektor geringfügig beschäftigt sind, liegt die Quote bei 70 %.